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2. Das Kirchenschiff

 

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Durch zwei spitzbogige Eingänge gelangt man von der Turmhalle ins Innere der Kirche. Der schöne, feierlich stimmende Innenraum spricht mehr durch die Ausgewogenheit seiner Proportionen und durch seine Strenge und Einheitlichkeit an, als durch architektonische Ausformung und baukünstlerisches Detail.


Die spätgotische Hallenkirche

Die Architektur folgt im Grund- und Aufriss dem Schema der spätgotischen Hallenkirche, bei der das Mittelschiff, die beiden Seitenschiffe und der Chorraum gleiche Höhe haben. lm Gegensatz zur Basilika, wo die einzelnen Raumteile, zu denen meist noch das Querschiff und die ausgeschiedene Vierung kommen, in ihrer Höhe voneinander abgesetzt sind, bildet die Hallenkirche einen einheitlichen Raum. Seit dem 13. Jahrhundert hatte sich dieser Bautyp, von Westfalen ausgehend, vorwiegend bei den Pfarrkirchen in großen Teilen Deutschlands durchgesetzt. Mehr als die Basilika entsprach er sowohl den Erfordernissen des auf Predigt und Verkündigung ausgerichteten Gottesdienstes wie auch dem Raumgefühl der meist bürgerlichen Gottesdienstbesucher in den aufstrebenden Städten des Spätmittelalters.

Das Mittelschiff und die beiden Seitenschiffe bestehen aus jeweils fünf Jochen, überspannt von schlichten Kreuzrippengewölben. Die Mittel- und Seitenschiff trennenden Arkaden ruhen auf acht achteckigen Pfeilern, deren Profil setzt sich oberhalb der Kapitellringe als Spitzbogen nach oben bis kurz unter die Gewölbekappen fort. So wird in der Höhe der Gewölbe eine leichte Trennung zwischen dem Mittelschiff und den beiden Seitenschiffen hergestellt.
Von den Kapitellringen entfalten sich über kurze runde Vorlagen die Gewölberippen. An den Seitenwänden tragen Dienste - das sind kreisförmige Mauervorlagen – über nur angedeutete Kapitelle die hier zusammenlaufenden Kreuzrippen. Sie deuten damit das Ableiten der vertikalen, aus den Gewölben stammenden Kräfte nach unten an. Das Sichtbarmachen des Kräfteverlaufs und die Bündelung (Kreuzrippen, Dienste, Pfeiler) ist ein wichtiges gotisches Stilprinzip. Stilistisch ist der Chorraum in gleicher Weise gestaltet.

 

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Eine der größten Kirchen

Das Kirchenschiff (ohne Chor) misst in der Länge 30 m, in der Breite 23 m und ist bis zum Gewölbescheitel 14,5 m hoch. Damit gehört die St.-Sixti-Kirche zu den größten Kirchen in Südniedersachsen.

Schmuckformen finden nur sparsam Verwendung. Hervorzuheben sind die in den Schnittpunkten der Gewölberippen und den Scheitelpunkten der Gurtbögen durch Darstellungen christlicher Symbole bildnerisch gestalteten Schlusssteine.

Die Ausmalungen in den Gewölben sind neueren Datums. Sie gehen auf Vorschläge des Kirchenmalers Ebeling, Hannover, im Jahr 1907 zurüc

 

 

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