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3. Die Glasmalereien

 

Den besten Blick auf die Glasmalereien in den Fenstern des nördlichen Seitenschiffes hat der Betrachter von der Empore aus. Von links beginnend sieht man neben dem Treppenaufgang ein Heiligenbild und dann folgend vier Darstellungen aus der Passionsgeschichte. Die Glasmalereien der Leidensgeschichte Christi sind eine Stiftung des Landesherren, des Rates der Stadt Northeim, der Kirchengemeinde und der Gilden anlässlich der im Jahre 1478 erfolgten Weihe des Chores. Sie füllten einst die Fenster im Halbrund des Chorabschlusses aus. In ihrer heutigen, z.T. ergänzten Fassung wurden die stark beschädigten Glasmalereien 1898 in die Fenster des nördlichen Seitenschiffes eingebaut. Die Verluste und Beschädigungen gehen wahrscheinlich auf die Belagerung und Beschießung Northeims im 30-jährigen Krieg zurück.

 

Abendmahl.jpg  Judaskuss.jpg
 Abendmahl Ausschnitt  Judaskuss Ausschnitt
 Geisselung.jpg  Kreuztragung.jpg
 Geisselung

 Kreuztragung

 

Wertvolle Schätze

Diese Reste der spätgotischen Glasmalereien gehören zu den künstlerisch wertvollsten Schätzen unserer Kirche. Sie geben nur noch einen schwachen Eindruck des ursprünglich ausdrucksvollen Farbenspiels wieder, das den Raumeindruck bestimmte. Man muss sich eine weitgehende farbige Verglasung der Fenster als Abschluss der Ausstattung der Kirche in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts vorstellen. Deren Bedeutung hob bereits der Chronist Lubecus (Lübeck), von 1575-1584 Pfarrer an St. Sixti, hervor.

 

Die vier Passionsfenster im Einzelnen:

 

1. Das Abendmahl

Man sieht Christus im Kreise seiner Jünger an einer reichen und vornehmen Tafel mit Gedecken im Stil des 15. Jahrhunderts. Während die Jünger mit Heiligenscheinen dargestellt sind, fehlt dieser dem Judas, dem ein Teufelchen aus dem Munde fährt.

 

2. Die Gefangennahme Jesu in Gethsemane

mit dem Judaskuss und der Verwundung des Malachias durch Petrus. Bei beiden Fenstern sieht man unten das Wappen der Bäckergilde mit drei Semmeln.

 

3. Die Geißelung Christi

 

4. Die Kreuztragung Jesus unter dem Kreuz wird von Maria, Johannes und Simon von Cyrene begleitet.

 

Bei diesen vier Bildern ist nicht nur der starke Ausdruck durch ihre Farbigkeit sondern auch die bewegte figürliche Darstellung beachtenswert.

 

Hl.Katharina_Hl.Eligius_450.jpg

 

Die beiden Heiligendarstellungen über dem Treppenaufgang stammen sicherlich aus einer anderen Werkstatt. Die weibliche Figur stellt die Hl. Katharina von Alexandrien, eine der 14 Nothelfer dar, während es sich bei der männlichen Figur um den Hl. Eligius, Schutzpatron der Schmiede handelt, erkennbar an den Zunftzeichen Hammer und Zange der Schmiede.

 

 

 

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