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6. Der Chorraum und die Sakristei

 

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Östlich an das Langhaus schließt sich der Chor an. Er besteht aus der Apsis (Altarnische) mit dem Hochaltar und zwei davor angeordneten Jochen. Diese sind in der gleichen Art wie diejenigen im Kirchenschiff gestaltet.

 

Gegen das Mittelschiff ist der Chorraum durch zwei Stufen und einen etwas unter die Gewölbekappen heruntergezogenen Spitzbogen, den sog. Triumphbogen abgesetzt.

Der polygonale (vieleckige) Grundriss der Apsis wird aus den fünf Teilen eines regelmäßigen Achtecks gebildet und kommt somit einem an vier Ecken gebrochenen Halbkreis nahe. Die fünf Fenster füllen fast den ganzen Wandbereich zwischen den nach außen gehenden Strebepfeilern aus und sind bis in die Gewölbespitzen hoch geführt.

 

Die Kreuzrippen finden ihre Auflage in Diensten, die die Gewölbelasten nach unten abtragen. Die Ausführung entspricht der im Kirchenschiff. Hier wie dort sind die Kapitelle nur durch farbliche Absetzung angedeutet. Die Schwere der Umfassungswand der Apsis scheint fast aufgelöst. Das gotische Prinzip des lichtdurchfluteten Raumes kommt hier am reinsten zur Geltung.

 

Das Fenster hinter dem Altar ist im Gegensatz zu den übrigen dreigeteilten Fenstern viergeteilt (vierbahnig) und zeigt im Spitzbogenbereich besonders bewegtes Maßwerk.

 

Die heutige Verglasung stammt aus dem Jahr 1885 und stellt den auferstandenen Christus dar.

 

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Wie im Kirchenschiff tritt auch im Chor die baukünstlerische Ausgestaltung hinter der Ausgewogenheit der Proportionen und der Strenge und Einheitlichkeit der Bauglieder zurück. Doch sind folgende figürliche Darstellungen beachtenswert:

 

 

 

 Der Schlussstein im Schnittpunkt der Gewölberippen über dem Hochaltar

 Der Schlussstein im östlichen Vorjoch

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Hier ist der Hl. Sixtus, Schutzpatron der Kirche, als Papst dargestellt, gekrönt mit der Tiara (Papstkrone) und mit dem Kreuzstab in der Hand. Sixtus war Papst von 257 - 258 und fand am 6. August 258 in Rom den Märtyrertod

Dieser zeigt den Hl. Blasius, Titelheiliger des hiesigen Klosters, im Bischofsgewand. Damit wird die Abhängigkeit der St.Sixti Kirche von diesem Kloster ausgedrückt

 

 

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Madonna

Hl. Sixtus

 

Von den Kapitellringen des Triumphbogens blicken von der nördlichen Seite eine Madonna mit Kind und gegenüber wiederum der Hl. Sixtus auf die Gläubigen herab. Bärtige Männerköpfchen finden sich als Konsolträger.

 

 

 

Von dem neugotischen gusseisernen Lettner (Chorschranke), der 1846 anstelle eines älteren aus dem 16. Jahrhundert aufgestellt und 1912 wieder entfernt wurde, ist lediglich das gusseiserne Lesepult in der Kirche erhalten geblieben. Die Bestandteile der Chorschranken mit stilisiertem Maßwerk befinden sich im städtischen Museum.

 

 

 

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Chorgestühl aus dem 19.Jahrhundert

 

 

 

Die Sakristei

 

In Verlängerung des nördlichen Seitenschiffes nach Osten befindet sich links neben dem Chorraum unterhalb der Bußkammer die Sakristei. Der gewöhnliche Haupteingang liegt neben dem Wendelstein und führt in einen stimmungsvollen Raum, der von zwei Gewölbejochen überdeckt ist. Die Schlusssteine sind mit christlichen Symbolen geschmückt. Das östliche Fenster hinter dem Altar zeigt eine Glasmalerei aus dem Ende des 19. Jahrhundert:

 

 

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       Christus als guter Hirte.

 

 

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                Eingang zur Sakristei

 

 

 

 

 

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