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12. Die Kanzel

 

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Die Kanzel, die wir heute - seit 1968 - auf der Südseite des Mittelschiffes sehen, hat schon verschiedene Standorte in der Kirche gehabt. Ursprünglich gab es in der Kirche einen "steinernen Predigtstuhl", der schon 1497 erwähnt wird und seinen Platz am vierten nördlichen Pfeiler des Mittelschiffes (von Westen aus) hatte. Man kann noch Spuren des Kanzelaufgangs an diesem Pfeiler entdecken. Als man bei der Restaurierung der Kirche (1844 - 1848) die alte steinerne Kanzel abräumte, fand sich das oben genannte Datum.

 

Von einer im Jahr 1636 gestifteten Kanzel sehen wir heute nur noch den Schalldeckel. Er ist bekränzt mit Engelsköpfen und bekrönt von einer Figur des auferstandenen Christus. Vom nicht mehr erhaltenen Kanzelkorb sind nur noch vier der ehemals fünf Tafelmalereien mit Darstellungen Christi und den Evangelisten vorhanden, die in der "Neuen Nikolaikapelle" aufgestellt sind.

 

Im Jahr 1852 erhielt die Kanzel als letztes Ausstattungsstück der damaligen Kirchenrenovierung einen neuen Standort. Sie wurde - entworfen von dem Northeimer Tischlermeister Harborth - an dem nördlichen Pfeilerbündel des Triumphbogens als hölzerne Kanzel errichtet. Zur Kanzel hinauf führte vom Chor aus eine neben der Sakristeitür beginnende, schmale Treppe. Rund um den Oberbau waren in portalähnlichen Nischen die Statuetten der zwölf Apostel aufgestellt. Im Jahr 1968 erfolgte dann auf Wunsch der Prediger, ihrer Gemeinde näher zu sein, die Umsetzung der Kanzel an den ersten Südpfeiler des Kirchenschiffes. Die Apostelfiguren waren aus Pappmaché und stark beschädigt, sie wurden daher nicht wieder aufgestellt.

 

Christus-1.jpg

 

 Christusfigur auf dem Kanzeldeckel

 

..von zaghaftem Reichtum

 

Wie die in Stein gearbeitete Kanzel von 1497, der so genannte Predigtstuhl, aussah, ist nicht mehr bekannt. Sie wird jedoch als ein "Hauptausstattungsstück" der Kirche genannt. Man darf annehmen, dass sie in ähnlich kunstvoller Manier gearbeitet war wie das zeitgleiche Sakramentshäuschen. Diese, wie auch die Details an der Brautpforte und am Nordwestpfeiler verdeutlichen "einen anschaulichen Eindruck, zu welchem zaghaften Reichtum an Dekorationsformen die Bauhütte von St. Sixti gegen Ende ihrer Tätigkeit gelangte." (Zitat nach: Dr. Engel, Festgabe zur Erneuerung der St.-Sixti Kirche,1963)

 

 

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