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13. Das südliche Seitenschiff

 

 

Dieses entspricht in seiner baulichen Struktur dem nördlichen Seitenschiff. Wie dieses ist es von gleicher Höhe wie das Mittelschiff. Auch die vierteiligen Kreuzrippengewölbe sind in gleicher Weise ausgeführt. Wie heute noch im nördlichen Seitenschiff stand auch hier eine (später eingebaute) Empore, die bei der Kirchenrenovierung 1964 wieder beseitigt wurde. Ohne sie kommt der fließende Hallencharakter des Gesamtraumes ungestört zur Geltung. Dieser wird noch dadurch betont, dass man nun ungehindert von hier aus in die ehemalige Nicolaikapelle mit dem Hieronymusaltar blicken kann.

Die ehemalige Kapelle „Unserer Lieben Frau“

 

ehem.Kapelleaussen.jpg

 

 

Bei der Betrachtung der durch die hohen Fenster und die Dienste gegliederten Außenwand fällt auf, dass die Wand im vierten Joch fensterlos ist. Früher befand sich an dieser Stelle die Kapelle „Unserer Lieben Frau", die wegen Baufälligkeit 1871 abgebrochen werden musste. Sie wurde gleichzeitig mit dem Kirchenschiff 1492-98 aufgeführt. Die Umrisse ihres Spitzgiebels sind von außen noch deutlich erkennbar.

Vom Obergeschoss dieses zweigeschossigen Anbaus wurde die Vorgängerin der heutigen Orgel bespielt, die als Schwalbennestorgel 1549 oberhalb der Kapelle an der Südwand ihren Platz hatte. Ein Wendelstein führte einst vom Erdgeschoss über das Gewölbe, von wo man an die Orgel gelangte.
Einen Blick verdienen noch die mit christlichen Symbolen geschmückten Schlusssteine der Gewölbe - sie werden gesondert behandelt - sowie das farbig verglaste Fenster im westlichen Joch. Es stellt zwei musizierende Engel dar und wurde 1979 von dem damaligen Superintendenten Gerhard Stier gestiftet.




Ein Blick in die Gewölbe

Blickt man von der jetzigen Orgelempore in die Gewölbezone des südlichen Seitenschiffes, so sieht man an den Ansätzen der Gewölbe oberhalb der Kapitellringe der Pfeiler Unregelmäßigkeiten in der Anordnung und Ausführung der Kämpferpunkte. Dieses sind die Ansatzpunkte der in die Gewölbe führenden Kreuzrippen. Einige dieser Rippenansätze sind tiefer als die anderen und sehen wie nachträglich abgeschlagen aus. Auch die mit hübschen Rosetten verzierten Rippenstummel, die ins Leere laufen, gehören hierzu. Diese Unregelmäßigkeiten lassen vermuten, daß es in der fast fünf Jahrzehnte umfassenden Bauzeit Schwankungen in der Bauausführung gab. Ob es sich dabei um Planänderungen handelt, die nicht zur Ausführung kamen oder ob man ursprünglich die Seitenschiffe niedriger einwölben wollte, ist heute nicht mehr feststellbar. Vielleicht handelt es sich dabei eher um durch die lange Bauzeit bedingte Maßabweichungen, möglicherweise auch um Fehler in der Ausführung. Gegen Planänderungen spricht, daß alle grundlegenden Details, wie die Maße der Joche, die Anordnung und Gestaltung der Pfeiler und Kapitelle, der Dienste usw. während der langen Bauzeit unverändert geblieben sind.

 

SuedlSeitenschiffGewoelbe .jpg
 

 


 

 

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