Schriftgröße: normal | groß | größer
 
Niedersachsen Vernetzt
Besucher: 111825
Teilen auf Facebook   Link verschicken   Drucken
 

 

 

14. Die beiden Turmanbauten

(so genannte Turmseitenkapellen)



Das ca. 1497 fertiggestellte, aus 5 Jochen bestehende Kirchenschiff endete ursprünglich ungefähr am Turm, gegenüber dessen östlicher Begrenzungswand geringfügig nach Westen versetzt. Die beidseitigen etwa quadratischen, zweigeschossigen Anbauten in Verlängerung der Seitenschiffe wurden erst im Zuge des 3. Bauabschnittes zu Beginn des 16.Jahrhunderts begonnen und 1517 fertig gestellt. Obwohl diese sich dem bis dahin Gebauten weitgehend anpassen, deuten einige Details auf einen zwischenzeitlich vollzogenen vorsichtigen Stilwandel und auf' einen Wechsel des Baumeisters hin. In den Kirchenrechnungen wird Lorentz von Freiburg als neuer Baumeister genannt.

Auf folgende Einzelheiten sei hier hingewiesen: Verwendung von Netzgewölbe anstelle der sonst ausgeführten schlichten Kreuzrippengewölbe.

Die Außengestaltung der erdgeschossigen Fenster zeigt nach Westen einen Vorhangbogen, nach Süden sich im rechten Winkel schneidendes Stabwerk.



Hieronymuskapelle

 




Auf der Südseite befindet sich, nur vom Seitenschiff aus zugänglich, die Hieronymuskapelle. Dieser stimmungsvolle Raum zeichnet sich aus durch ein kunstvolles spätgotisches Sternrippen- oder Netzgewölbe.

 
 Hieronymuskapelle.jpg
0c_Mitte.jpg

 Der markante mittlere Schlussstein zeigt ein Bild des Hl. Hieronymus, umgeben von den Symbolen der vier Evangelisten auf den Knotenpunkten der Kreuzrippen.

 

 

 

 

 

0c_Johannes.jpg  0c_Lucas.jpg  0c_Marcus.jpg  0c_Matheus.jpg

Die Evangelisten

 

Erwähnenswert ist auch das Wandgemälde des aus Northeim stammenden Malers Georg Hering (Schüler des Malers Lovis Corinth). Den Personen der Kreuztragung werden portraitähnliche Züge damaliger Northeimer Bürger nachgesagt.

 

GemaeldeHieronymuskapelle_450.jpg

 

 

Neue Nikolaikapelle

Von der Empore aus erreicht man die darüber liegende "Obere Kapelle". Nach ihrer wechselvollen Nutzung in den vergangenen Jahrhunderten auch "Archivkapelle" genannt.

Die entsprechend auf der Nordseite des Turmes angeordneten "Kapellen" sind heute reine Nutzräume und waren wahrscheinlich als solche konzipiert. Der erdgeschossige Raum wurde - nach überlieferten Zeichnungen - in der Vergangenheit als Leichenkammer genutzt. Heute ist er der Technikraum des Küsters.

Wozu der darüber liegende Raum genutzt wurde ist nicht bekannt. Er hat ein einfaches Kreuzgratgewölbe, ist völlig schmucklos und sieht so aus, als sei er seinerzeit nicht fertig geworden. Heute ist er Arbeitsraum für die Kantorin und einziger Zugang zum Turm.

 


 

zurück zum Lageplan

weiter zu den Schlusssteinen