Schriftgröße: normal | groß | größer
 
Niedersachsen Vernetzt
Besucher: 120899
Teilen auf Facebook   Link verschicken   Drucken
 

 

16. Das Äußere

 

Suedseite_.jpg  Ostseite_450.jpg
 Südseite  Ostseite

 

Um einen Gesamteindruck von der Kirche zu erhalten, betrachtet man sie am besten mit einigem Abstand von der Südseite oder vom Wall aus. Dominierend sind der mächtige Baukörper des Kirchenschiffes und das hohe, mit roten Ziegeln gedeckte Dach, das sich über die in der Breite ca. 23 m messenden drei Kirchenschiffe spannt. Demgegenüber kann sich der etwas zu niedrig wirkende Kirchturm nicht recht behaupten. Im Osten sieht man die polygonale Form der Apsis, während die beiden in Verlängerung der Seitenschiffe beiderseitig an den Turm angefügten Kapellenbauten durch ihre gegenüber dem Hauptdach abgesetzten Pultdächer erkennbar sind.

 

 

Suedseite.jpg  Brauttuere.jpg
 Südseite  Brauttüre

 

Die Außenansicht des Baukörpers wird akzentuiert durch die nach oben sich abtreppenden ca. 14,5 m hohen Strebepfeiler, die den Gewölbeschub auffangen und in die Fundamente ableiten. Zwischen den Strebepfeilern sitzen in einfachen nach innen abgeschrägten Gewänden die schlanken Fenster. Sie sind durchweg dreigeteilt (dreibahnig), bis auf das östliche Chorfenster hinter dem Hochaltar und die Fenster oberhalb der seitlichen Eingänge (bis auf den nordöstlichen), die zur Betonung vierbahnig sind.

Bewegtes Maßwerk

Im Spitzbogenbereich gehen die schön profilierten Rippen in bewegtes Maßwerk über. Das steinerne Maßwerk, "das gemessene Werk", ist eines der wichtigsten Gestaltungselemente der Gotik. Diese Bezeichnung will sagen, dass alle Figuren und bewegten Formen des Maßwerks aus geometrischer Konstruktion mittels Zirkel und Richtscheit entstanden sind. Das Maßwerk ist nicht in erster Linie Ornament, sondern im Zusammenhang mit der Lichtwirkung der farbigen Verglasung im Kircheninnenraum zu sehen. Unsere St.-Sixti Kirche hat besonders reiches und lebendig gestaltetes Maßwerk, wobei jedes Fenster anders ist. Es kommen die vielfältigsten Formen vor, die in der Fachsprache ihre eigenen Bezeichnungen haben. Die theologische Aussage ist, dass die göttliche Schöpfung sich in den geometrischen Gesetzmäßigkeiten, ebenso wie in der Zahlenharmonie, denen die gotischen Baumeister Form zu geben versuchen, widerspiegelt.

 

Stabwerk.jpg  DassteinerneMasswerk.jpg  Fialtuermchen.jpg
 geschwungenes Stabwerk  steinernes Maßwerk  Fialtürmchen

.. eine Wandlung vom Strengen zum Spielerischen ...

Während der größte Teil der Kirche - das gilt für außen und innen gleichermaßen - einheitliche und strenge Stilelemente aufweist, erkennt man an den Details der Fenstergestaltung der beiden Turmkapellen, dem Strebepfeiler an der Nordwestecke und vor allem an der sogen. Brauttür, dem früheren Haupteingang der Kirche, die in der fast 50 jährigen Bauzeit gewandelten Stilelemente der Spätgotik. Es findet eine Wandlung vom Strengen zum Spielerischen statt. Das erkennt man an folgenden Einzelheiten:
 

  • dem feingeschwungenen sogen. Eselsrücken über der Brauttür, gekrönt durch eine Kreuzblume und flankiert von zwei Fialentürmchen mit spätgotischem Blatt- und Krabbenwerk,
  • dem vielschichtig sich überschneidenden Stabwerk im Gewände der Brauttür,
  • den Konsolen, die früher sicherlich figürlichen Schmuck trugen,
  • dem reich mit Zierwerk versehenen nordwestlichen Strebepfeiler und seiner Laterne, die nur in der Adventszeit angezündet wird
  • dem vorhangartig geschwungenen Stabwerk im Sturz des Fensters links der Turmtür.


Darüber hinaus verdienen noch folgende Einzelheiten der äußeren Gestaltung unsere Beachtung:

 

LammGottes.jpg
 

Lamm Gottes



 über der Tür zum nördlichen Seitenschiff, der sogen. Tauftür, erkennt man ein Lamm Gottes im romanischen Stil. Wahrscheinlich handelt es sich um eine Spolie, das ist ein wieder verwendetes Bauteil aus der Vorgängerkirche.
 

 

SchriftSuedseite.jpg

 

 

Hl.Barbara_IMG_1985.jpg  Hl. Barbara
 Oberhalb des Eingangs im Turm sieht man eine spätgotische Darstellung der Hl. Barbara mit Turm. Diese Figur ist eine Rekonstruktion, vom Original ist nur noch ein Torso erhalten.
 
  Auf der Südseite der Kirche sieht man dort, wo durch die Umrisslinien des Dachansatzes noch gut erkennbar sich bis zu ihrem Abriss 1871 die Liebfrauenkapelle befand, in einer Nische eine Marienfigur. Die Nische ist durch einen spätgotischen Wimperg mit Fialen gekrönt. Im Giebelfeld erscheint das Antlitz Christi. Die Inschrift nennt das Jahr 1492 als den Beginn der Bauarbeiten an der Kapelle. Diese Figurengruppe hatte ursprünglich ihren Platz im Giebel der ehemaligen Kapelle.  Wimperg.jpg
 Sonnenuhr.jpg

 * Eine Sonnenuhr am

7. Strebepfeiler auf der Südseite

 

 

zurück zum Lageplan

weiter zur Baugeschichte