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Ein "Leuchtturmprojekt" auf der Zielgeraden > ein Bericht vom Baubeauftragten Christian Steigertahl

15.02.2021

In der letzten Nortsicht-Ausgabe war ich zuversichtlich, dass die Wiedereröffnung unserer Sixti-Kirche Ostern 2021 gefeiert werden kann. Leider ist dies aber nicht möglich, denn verschiedene Dinge konnten nicht vorausgesehen werden. Durch Corona hat es eine Zeitverzögerung gegeben, ohne dass jedoch einer der Handwerker sehr erkrankt war. Außerdem gab es Lieferschwierigkeiten von Elementen, die z.B. aus Italien bezogen werden mussten.

 

Zu Epiphanias, am 6. Januar 2020, haben wir den letzten Gottesdienst in der St. Sixti-Kirche gefeiert. Seit Epiphanias am 6. Januar 2021 wird die Flächenheizung nun mit Gas "befeuert"- sechs Wochen lang zuvor wurde sie mit elektrischem Strom beheizt, der dem Estrich langsam die Feuchtigkeit entzog. Der künftig wärmende Boden, der wenig Verwirbelungsströme der Luft verursacht, wird sich womöglich auch positiv auf die Gesundheit auswirken - im Gegensatz zu den alten fast kochenden Radiatoren in den Seitenschiffen (bis 75 ° Celsius betrug der Vorlauf dort mit den entsprechenden grauen und verschmutzten Folgen der Wände). Denn mit der neuen Fußbodenheizung werden weniger Aerosole durch den Luftzug verteilt werden. Dies haben wir in der jetzt herrschenden Pandemie zunehmend beachtet.

 

Aber das scheint nur ein Nebeneffekt zu sein. Wesentlich für uns ist, dass dieses von der Landeskirche geförderte „Leuchtturmprojekt“ die wertvollen Kunstschätze auf Dauer schützt. Dazu zählen neben den mittelalterlichen Fenstern auch der Hochaltar aus den Jahren 1420/30 sowie die beiden Nebenaltäre.

 

Das Klima in der Kirche - Temperatur und Luftfeuchtigkeit - werden wir mit Fühlern an unterschiedlichen Stellen messen. Aufgrund der Auswertung können wir elektronisch das Raumklima beeinflussen. Das kommt sicherlich auch der prachtvollen Gloger-Orgel aus dem Jahr 1721 mit dem spätbarocken Prospekt zu Gute - sie feiert in diesem Jahr ihren 300. Geburtstag. Wir werden das in 2021 entsprechend würdigen; Kreiskantor Benjamin Dippel steht schon in seinen Orgelpedalschuhen...  

 

Die Kirche ist nun im Innenraum rundherum eingerüstet, denn schon 2007 hatten wir gesagt: "Das Grau muss weg.“ Und so begannen die Malerarbeiten bereits in der ersten Kalenderwoche des neuen Jahres. Der Kirchenvorstand und der Förderverein haben sich bereits im Rahmen eines Ortstermins für die Wandfarbe "RAL 9100" entschieden (cremeweiß).

 

Wann kann die Gemeinde das alles wieder erleben und feiern?

 

Ich rechne damit, dass wir die Konfirmationen im Mai in der Kirche erleben dürfen, auch wenn noch nicht alles fertig ist. Aber die Vorfreude, die Mauern wieder von innen zu sehen, gemeinsam mit Orgelmusik zu singen, zu beten, Predigten zu hören und eben einfach mal wieder Gottesdienst zusammen zu feiern, erfahre ich täglich, wenn mich die Menschen sehen auf den Weg zu den Handwerkern, die so gut gemeinsam unser Gotteshaus "ertüchtigen".

 

 

 

Bild zur Meldung: Gerüste in St. Sixti Foto: C. Steigertahl