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Gottesdienst in Corona-Zeit

 

Obwohl wir wieder öffentliche Gottesdienste feiern können - seit 17. Mai in der Corvinuskirche -  bieten wir denjenigen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht teilnehmen können oder noch nicht wollen - auf dieser Seite weiterhin einen Impuls an, der auch Elemente des Live-Gottesdienstes enthalten wird. 

 

Wir laden Sie ein, am Sonntag um 10 Uhr, also zur gewohnten Gottesdienstzeit, die Texte zu lesen und zu meditieren, das Gebet laut oder leise zu sprechen. Wenn Sie mögen, suchen Sie sich einen ruhigen Platz in Ihrer Wohnung, zünden Sie eine Kerze an. Sie können sich eine Zeit der Stille nehmen und auch die Sonntagsmusik von Benjamin Dippel, gespielt auf der Rudolf-Janke-Orgel in der Corvinuskirche, anhören.

 

So feiern wir gemeinsam Gottesdienst. Räumlich getrennt, aber im Geist und in der Hoffnung verbunden.

 

Wir verschicken diese Impulse wöchentlich auch per Mail - immer verbunden mit ein paar aktuellen Informationen. Wenn Sie in den Verteiler aufgenommen werden möchten, kontaktieren Sie bitte Pastor Stefan Leonhardt unter . Falls Sie kein Internet haben, wenden Sie sich bitte telefonisch an ihn unter der Nummer 2863.

 

 

 

 

 

 

                                                                                                                                                   

 

 

                                                                                                                            

Der nachfolgende Impuls zum 4. Sonntag nach Trinitatis steht hier auch als pdf-Datei zur Verfügung.

                                                                                                                                                            Klick!                                                                                                                                                                                              

 

 

Ein  Impuls zum 4. Sonntag nach Trinitatis

5. Juli 2020

von Pastorin Karin Gerken-Heise

 

 

Wochenspruch

Einer  trage des anderen Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen Galater 6,2

Eingangsgebet

Herr unser Gott, es ist gut, dass wir diese Zeit jetzt mit dir haben. Zeit zum Musikhören, zum Nachdenken und zum Reden mit dir. Du bist mehr als wir fassen können, höher als alle unsere menschliche Vernunft. Erfülle uns mit deinem Geist, damit wir wachsen in unserem Glauben und unserem Erkennen. Lass unsere Andacht nicht beschränkt bleiben auf diesen Raum und diese Stunde. Lass sie durch uns hinauswirken in den Alltag unseres Lebens und in das Leben anderer, damit wir gemeinsam die Lasten des Lebens tragen. Darum bitten wir durch Jesus Christus. Amen

Abendstimmung am Meer   Foto: K. Gerken-Heise

Abendstimmung am Meer   Foto: K. Gerken-Heise

 

Hinführung zur Lesung Römer 12, 17-21

Wo kämen wir hin, wenn jeder das Recht auf Rache selbst in die Hand nehmen würde. Niemand hat das Recht, eigenhändig Rache zu üben, auch wenn die Wut noch so berechtigt und das zugefügte Leid unermesslich ist. Strafe ist einzig und allein dem Staat vorbehalten und an Recht und Gesetz gebunden. Und das ist gut so. Das letzte Urteil über einen Menschen und sein Handeln ist aber allein Gott  vorbehalten. Die heutige Predigttext spricht zu diesem Thema unmissverständliche Worte. Paulus schreibt in seinem Brief an die Gemeinde in Rom im 12. Kapitel:

Vergelte niemand Böses mit Bösem. Seid auf Gutes bedacht gegenüber jedermann. Ist´s möglich, soviel an euch liegt, so habt mit allen Menschen Frieden. Rächt euch nicht selbst, meine Lieben, sondern gebt Raum dem Zorn Gottes. Denn es steht geschrieben: Die Rache ist mein; ich will vergelten, spricht der Herr. Vielmehr, wenn deinen Feind hungert, gib ihm zu essen; dürstet ihn, gib ihm zu trinken. Wenn du das tust, so wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln.  Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.

Herr segne unser Reden und Hören durch deinen Heiligen Geist. Amen

Predigt

Liebe Gemeinde! Paulus scheint seine Gemeinde und deren Gefühle gut zu kennen! Er kennt die Hitzköpfe, die auch schon beim kleinsten Anlass die Muskeln spielen lassen und Heldenhaftigkeit beweisen wollen. Er kennt aber auch die Gedemütigten, die fast ersticken an stumm erlittenem Unrecht. Unsere Sprichwörter spiegeln wieder, wie sehr auch uns die Fragen nach dem Bösen, nach Recht und Gerechtigkeit, aber auch nach Rache und Vergeltung immer wieder umtreiben. Sprichwörter sprechen dem Volk aus der Seele, und zu diesem Thema gibt es zahlreiche:„Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt.“ „Rache ist süß!“ „Wie du mir, so ich dir!“ Auch nicht besonders bibelfeste Zeitgenossen zitieren gerne den alttestamentlichen Spruch: „ Auge um Auge, Zahn um Zahn.“ Dabei verkennen sie allerdings oft, dass in diesem Spruch die Begrenzung der Spirale der Gewalt anklingt, nämlich: Rache für einen Zahn... nur ein Zahn - und Nichts darüber hinaus. Das Böse durch das Gute besiegen – diese Forderung ist im Urchristentum fest verankert. Paulus zitiert sie, in den Evangelien wird sie überliefert, auch der 1. Petrusbrief kennt sie. Paulus weiß, wie unendlich schwer es mitunter ist, Böses mit Gutem zu überwinden. „Ist´s möglich, soviel an euch liegt, so habt mit allen Menschen Frieden.“  Da klingt ganz deutlich durch, dass es nicht so einfach ist. Aber mal ehrlich - wir haben in Wahrheit doch gar keine bessere Alternative!

Wo kämen wir hin, wenn vernünftige Regierungen nicht in mühsamen Verhandlungen und trotz schmerzlicher Rückschritte beharrlich weiter nach friedlichen Lösungen suchten. Wo kämen wir hin ohne friedensbewegte Bürgerinnen und Bürger, die wir - Gott sei Dank! - in jedem Land finden. Wo kämen wir hin ohne Menschen, die aufeinander zugehen, wieder und wieder die Hand bieten, um irgendwann doch endlich in Frieden nebeneinander zu wohnen. Wo kämen wir hin ohne die Streitschlichter, Menschen wie Du und Ich, die bereit sind, wieder den ersten Schritt zu tun. Zum Anderen hin - heraus aus der Endlosspirale eines „Wie du mir, so ich dir!“ Solches Handeln ist getragen von dem Respekt: Auch mein Gegenüber ist ein Geschöpf Gottes. Darum sollen wir uns die Logik der Vergeltung nicht aufzwingen lassen. Diese Logik führt ins Verderben,- das erleben wir tagtäglich an unzähligen Orten der Welt - denn sie überwindet das Böse gerade nicht, sondern steigert es noch.

Der Weg der Streitschlichter*innen ist ein sehr rationaler Weg der kühlen Köpfe, der dem Leben dient. Dies kühlen Köpfe denken weiter als bis zum nächsten Vergeltungsschlag. Sie suchen Lösungen die die Ordnung von Gewalt und Gegen-gewalt, Verletzung und Vergeltung, Unrecht und Rache durchbrechen. Bösem wird eben nicht mit Bösem begegnet. Es soll durch das Gute überwunden werden. Wo kämen wir hin, wenn es sie nicht gäbe, diese wahren Heldinnen und Helden. Sie sind keine blassen Dulder oder Schwächlinge, die vor der Allmacht des Bösen resigniert in die Knie gehen. Nein. Sie treten kraftvoll aus Ohnmacht und stummer Wut heraus. Sie treten aktiv ein für die Änderung der bestehenden Verhältnisse von Mächtigen und Unterlegenen, Gewalttätigen und Unterdrückten, Gewinnern und Verlierern. Sie benennen das Unrecht, schreien es vielleicht auch heraus. Aber sie nehmen auch das Gespräch und die Verhandlungen aktiv wieder auf. Sie setzen Zeichen für eine andere Ordnung – so könnt ihr die Welt verändern: nicht mit den großen Gesten und Worten, sondern mit der oft gar nicht spektakulären, aber konsequenten Haltung der Friedensstifter, die darauf setzen, dass das Böse durch das Gute überwunden werden kann. Und so wird es in unserem Predigttext ja auch gefordert: „Überwinde, besiege das Böse mit Gutem!“ 

Schon ein paar Verse vorher lesen wir, in der „Bibel in gerechter Sprache“ wunderbar formuliert: „Werft euch dem Guten in die Arme!“  Gemeint ist eine energiegeladene schwungvolle Bewegung hin zum Guten in Person - zu Jesus. Das Gute ist unauflöslich verbunden mit dem, der das Gute verkörpert hat. Seine Liebe hat schließlich sogar den Tod besiegt.

Wo also kämen wir hin ohne die Unbeirrbaren, die nicht aufhören, an Frieden und Versöhnung und Liebe zu glauben? Wo kämen wir hin im Großen wie im kleinen Umfeld von Familie, Nachbarschaft, Schule oder Arbeitsplatz, oder im großen Umfeld der Nationen? 

Ganz gewiss in eine Endlosschleife von Unversöhnlichkeit im Kleinen, und in eine Spirale von tödlicher Gewalt, Leid und immer neuer Gewalt im Großen. Schauen wir nach Syrien, Israel, Syrien, Ägypten und den Libanon, Saudi-Arbaien und Jemen, Indien und Pakistan und Afghanistan, Nordkorea und Südkorea, die Länder Afrikas, Amerika - wo ein Präsident dann auch noch Waffengewalt gegen Demonstranten androht und vorher die Bibel in die Kameras hält - wie hirnlos kann jemand agieren...

Der Schriftsteller Rainer Kunze schrieb in seinem Gedicht Schnelle Nachtfahrt - niemals wird es uns gelingen, die welt zu enthassen - nur dass am ende uns nicht reue heimsucht über nicht geliebte liebe (Reiner Kunze, Gedichte, S.258, Verlag S. Fischer, Frankfurt, 2001)

Illusionslos betrachtet Rainer Kunze die Welt und die Menschen und zieht den klaren Schluss: „niemals wird es uns gelingen, die welt zu enthassen!“ Ja, vertreiben werden wir Hass, Gewalt und das Böse niemals von dieser Welt. Es wird uns begleiten bis ans Ende dieser Tage. Und doch gibt es keinen besseren Weg als diesen, wieder und wieder, soviel an uns liegt, das Böse durch Gutes zu überwinden. Das ist die Haltung des Apostels Paulus - im Sinne Jesu Christi. Nur ihm sind wir verpflichtet, auch wenn wir nicht verstehen, warum es das Böse gibt. Auch wenn wir immer wieder scheitern werden und auch selbst angewiesen sind auf Vergebung und auf Menschen, die wieder auf uns zugehen mit offener Hand.

Dem durstigen und hungrigen Feind zu trinken und zu essen zu geben - heißt es bei Paulus. Wir müssen nicht jeden Menschen lieben können oder ihn auch nur mögen, aber wir sollen schlicht das Nötige für ihn tun, mehr wird nicht verlangt. Das sammelt feurige Kohlen auf sein Haupt. Feurige Kohlen auf dem Kopf tragen ist ein alter ägyptischer Brauch. Wer sich für etwas was er getan hatte schämte, der lief mit einem Becken voll glühender Kohle auf dem Kopf herum.

Wir alle sind gefordert, immer wieder auch über den eigenen Schatten zu springen. Und wenn es vielleicht auch nicht gelingen kann, zu vergeben oder sich zu versöhnen, so kann es vielleicht doch gelingen, die Rache Gott zu überlassen. Alle Gefühle und alle Rachegedanken dem überlassen, dem allein gegeben ist, zu urteilen und Recht zu schaffen, und am Ende aller Tage auch ewige Gerechtigkeit. Das kann auch wahre Befreiung sein! Wenn wir manchmal so müde werden und resignieren könnten angesichts des Bösen, das sich in immer neuen Bildern zeigt.

Versuchen wirs: Immer wieder neu eine Koalition eingehen mit dem Geist der Liebe und der Gerechtigkeit, um in kleinen Stücken Gottes Plan mit zu verwirklichen, damit uns am Ende nicht Reue heimsucht über nicht geliebte Liebe. Damit wir nicht erst dann, wenn es zu spät und das Leben vorüber ist, die Augen auftun und erkennen: Es wäre vielleicht doch friedlicher, freundlicher zu leben möglich gewesen! Wenn wir auf die Liebe gesetzt hätten.

Der unvergessliche Hanns-Dieter Hüsch hat sich dazu bekannt: Ich setze auf die Liebe überschreibt er ein Gedicht.

Das ist das Thema - Den Hass aus der Welt zu entfernen -
Bis wir bereit sind zu lernen - Dass Macht Gewalt Rache und Sieg -
Nichts anderes bedeuten als ewiger Krieg - Auf Erden und dann auf den Sternen
Ich setze auf die Liebe - Wenn Sturm mich in die Knie zwingt- Und Angst in meinen Schläfen buchstabiert - Ein dunkler Abend mir die Sinne trübt - Ein Freund im anderen Lager singt - Ein junger Mensch den Kopf verliert -Ein alter Mensch den Abschied übt

Ich setze auf die Liebe - Das ist das Thema - Den Hass aus der Welt vertreiben - Ihn immer neu zu beschreiben - Die einen sagen es läge am Geld - Die anderen sagen es wäre die Welt - Sie läg in den falschen Händen

Jeder weiß besser woran es liegt - Doch es hat noch niemand den Hass besiegt - Ohne ihn selbst zu beenden - Er kann mir sagen was er will - Und kann mir singen wie er´s meint - Und mir erklären was er muss -
Und mir begründen wie er´s braucht - Ich setzte auf die Liebe! Schluss!   (Hanns Dieter Hüsch, Das Schwere leicht gesagt, S. 118-119; Herder Verlag, Freiburg, 2018)

Wo also kämen wir hin, liebe Gemeinde, wenn wir auf die Liebe setzten, allem zum Trotz? Ich bin sicher: ein gutes Stück weiter auf dem Weg des Friedens. Amen.

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle unsere Vernunft bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

Lied 

Herr, gib mir Mut zum Brückenbauen,
gib mir den Mut zum ersten Schritt.
Laß mich auf deine Brücken trauen,
und wenn ich gehe, geh du mit.

Ich möchte gerne Brücken bauen,
wo alle tiefe Gräben sehn.
Ich möchte hinter Zäune schauen
und über hohe Mauern gehn.

Ich möchte gern dort Hände reichen,
wo jemand harte Fäuste ballt.
Ich suche unablässig Zeichen
des Friedens zwischen Jung und Alt.

Ich möchte nicht zum Mond gelangen,
jedoch zu meines Feindes Tür.
Ich möchte keinen Streit anfangen;
ob Friede wird, liegt auch an mir.

 

 

 

Fürbittengebet

Du Gott der Barmherzigkeit, wir danken dir, dass du uns als deine geliebten Kinder angenommen hast.

Du kennst auch die Seiten an uns, die wir selbst nicht gern wahrhaben wollen: Zorn und Ärger, Hass und Neid, Gekränktsein und Kleinlichkeit, Empfindlichkeit und Angst. Aber du nimmst uns, wie wir sind. Hilf uns darum, auch etwas gnädiger mit uns selbst umzugehen und uns nicht für solche Seiten zu verurteilen. Gott, erbarme dich!

Gott voller Güte, wir bitten dich, hilf uns auch, in anderen Menschen nicht Gegner zu sehen, sondern Mitmenschen. Baue Vertrauen auf zwischen verschiedenen Menschen. Hilf uns, einander zu verstehen, genau aufeinander zu hören und immer wieder aufeinander zuzugehen. Gott, erbarme dich!

Du Gott des Lebens, wir bitten dich für alle, die verfolgt werden oder unter Ungerechtigkeit und Gewalt leiden. Hilf du ihnen, dass sie zu ihrem Recht kommen. Und hilf du uns, die Gerechtigkeit auf dieser Welt zu fördern. Sei du in allen Ländern, wo Krieg herrscht. Lass die Spirale von Rache und Vergeltung ein Ende finden. Hilf den Menschen, in den anderen wieder Mitmenschen zu sehen und keine Feinde mehr. Lass Frieden werden in unserer Welt. Gott erbarme dich!

In der Stille bringen wir vor dich was uns bewegt. In der Stille sagen wir dir auch die Namen der Menschen um die wir trauern.

Gott, erbarme dich! Vater unser im Himmel...

 

 

* * *

Sie können täglich um 18 Uhr zum Gebetsläuten zu Hause innehalten und das Vaterunser beten. Jeder betet es für sich allein, aber im Geiste sind wir verbunden.

 

Pastorin Karin Gerken-Heise (Tel. 05551-3307) und Pastor Stefan Leonhardt (Tel. 05551-2863) stehen Ihnen telefonisch zum Gespräch bereit. Bitte zögern Sie nicht, sie anzurufen, wenn Sie einfach etwas loswerden möchten, wenn Ihnen die Decke auf den Kopf fällt oder wenn Sie Hilfe benötigen.

 

* * *

 

Leberblümchen

 

„Siehe, ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf,

erkennt ihr‘s denn nicht?“

Jesaja 43,19

 

 

Nichts läuft mehr wie sonst. Veranstaltungen werden abgesagt, Fußballspiele in leeren Stadien abgehalten. Kinos, Schwimmbäder, Schulen machen dicht. Wie lange? Keiner kann es gegenwärtig sagen. Selbst längerfristige Planungen sind unsicher.

 

Manche finden all das übertrieben. Doch das Corona-Virus ist hoch ansteckend. Selbst wenn nur fünf Prozent der Infektionen schwer verlaufen, können schnell medizinische Engpässe entstehen. Soll jemand nach einem schweren Autounfall oder bei einem Herzinfarkt sterben, nur weil kein Bett mehr auf der Intensivstation frei ist? Es könnte dein Opa, meine Mutter, unser Nachbar sein.

 

Corona ist eine Zumutung für uns. Wir werden darauf gestoßen, dass wir doch nicht alles so unter Kontrolle haben, wie wir immer meinen. Aber das könnte heilsam sein. Plötzlich merken wir, dass Leben nur funktioniert, wenn wir uns alle im Blick haben. Was wären wir ohne die Fachkräfte in den Krankenhäusern, ohne die Mitarbeitenden in den Supermärkten, die derzeit auf Hochtouren arbeiten?! Jeder und jede von uns kann mitwirken bei der Bewältigung der Krise und sei es nur durch ein bisschen Gelassenheit. 

 

Und nach dem ersten Schock stelle ich verwundert fest: Die Welt geht nicht unter, auch wenn nicht alles nach Plan läuft. Sonne, Frühling, Liebe, Zuwendung, all das ist nicht abgesagt. Ich habe Grund dankbar sein - für jeden Augenblick, jedem Atemzug, für mein Leben.

 

Dr. Stefan Leonhardt, Pastor an St. Sixti