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St. Sixti - Kirche in der Stadt

 

Zum Passionssonntag Okuli:

 

Mittelalterliche Bilder der Passion Teil 3

Die Geißelung Christi / Die Schergen

 

Kirchenkreis. Die mittelalterlichen Glasmalereien der St. Sixti-Kirche gehören zu den bedeutendsten Monumentalmalereien des 15. Jahrhunderts im norddeutschen Raum. Mit einer neuen Sichtweise wollen wir den Northeimer Passionszyklus in den Mittelpunkt rücken. Wir erzählen die Geschichten neu…

 

Geißelung 

Die Schergen. Ja, gemeinsam fühlt ihr euch stark. Erhebt die Stöcke, Peitschen und Geißeln und schlagt zu. Lasst alle Wut raus. An eurem Opfer. Gebunden an Händen und Füßen – völlig hilflos, es kann sich nicht wehren. Es ist unschuldig – interessiert das denn keinen?

Die Schergen halten mir einen Spiegel vor und ich erschrecke: Es gibt Momente, da lasse auch ich meinen Ärger an Schwächeren aus. Lasse mich von der Gruppendynamik mitreißen. Und fühle mich wohl auf der Siegerstraße.

Doch die Schläger auf dem Bild sind Handlanger der Obrigkeit. Sie gehorchen Befehlen und führen lediglich einen Auftrag aus. Bin ich auch so? Kenne ich nicht auch die Situation, in der ich mich hinter meinen Vorgesetzten verstecke und mich den Anweisungen von oben füge? Selbst wenn ich weiß, dass sie falsch sind?

In Bachs Johannespassion fragt der Chor: „Wer hat dich so geschlagen, mein Heil, und dich mit Plagen so übel zugericht‘?“ Ein Schauer läuft mir über den Rücken. Bin ich unschuldig? Oder müsste ich nicht auch in die zweite Strophe einstimmen: „Ich, ich und meine Sünden, die sich wie Körnlein finden des Sandes an dem Meer“?

Das stumme Antlitz Jesu mahnt mich. „Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern oder Schwestern, das habt ihr mir getan.“ (Mt 25,40): Wo übersehe ich hilflose Opfer, die verstummt sind? Weil niemand sie hört. Weil niemand hilft. Weil alle wegschauen: Zahl- und namenlose Tote im Mittelmeer. Jüdische Nachbarn, ständig antisemitischen Angriffen ausgesetzt. Wohnungslose in klirrenden Frostnächten. Oh Christus – wieviel Schläge erleidest du auch heute noch!

 

Text: Pastorin Susanne Barth (Ev.-luth. Apostelkirchengemeinde Northeim)

 

WISSENSCHAFTLICHE EINORDNUNG: Geißelung Christi

 

Inschriften: Im Heiligenschein Christi: Ih(esu)s ∙ nazare(nus) (re)x iudeor(um).

 

Sowohl die zentrale Positionierung des Gegeißelten, als auch die gesteigerte Dynamik und Brutalität der Darstellung gehören zu geläufigen Elementen der Geißelung Christi und finden sich in zahlreichen Tafelmalereien der Zeit. Es sei hier nur auf den etwa zeitgleichen Passionsaltar aus Göttingen (um 1460/80) verwiesen. Von einer zeitgemäßen perspektivischen Verräumlichung der Szene fehlt in Northeim allerdings jede Spur. Der flächenbetonende neutrale Fiederrankenhintergrund wirkt insbesondere im Vergleich zur modern anmutenden, dynamischen Handlung äußerst konservativ. Die Gebärdensprache der Schergen zählt zusammen mit ihrer modischen Kleidung zu den modernsten Stilelementen des Northeimer Passions-Zyklus.

 

 

Die bereits erschienenen und noch folgenden Teile finden Sie unter > Mittelalterliche Fenster.

 

 

 

 

 

 

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Die Sixti-Kirche steht wegen der Renovierungsarbeiten weiterhin nicht zur Verfügung, und im engen Gemeindesaal St. Sixti kann durch die vorgeschriebenen Hygienemaßnahmen kein Gottesdienst gefeiert werden.

 

 

Jeden Sonntag um 10 und um 18 Uhr laden wir zum Gottesdienst in die Corvinuskirche ein, der etwa eine halbe Stunde dauern wird.

 

Die Teilnehmerzahl ist durch die behördlichen Vorgaben auf maximal 40 Personen beschränkt (einschließlich der Mitwirkenden). Falls die Nachfrage entsprechend groß sein sollte, werden wir spontan am Vormittag einen weiteren Gottesdienst anbieten.

 

Bitte denken Sie daran in der Kirche einen Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen und beachten Sie die Abstandsregelung.

 

Beachten Sie auch den nächsten Menüpunkt "Gottesdienst in Corona-Zeit ": Dort finden Sie zu den Sonntagen - geistliche Impulse.

 

 

 

 

 

             

 

 

Die St. Sixti-Kirche ist zurzeit Baustelle!

 

 

Offene Kirche

 

 

 

 

 

 

Im Herzen von Northeim liegt die

 Ev.-Luth.-St. Sixti-Kirchengemeinde Northeim

 

 

Herzlich Willkommen!

 

Egal aus welcher Himmelsrichtung man sich der Stadt Northeim auch nähert – immer ist es der Turm der St.Sixti-Kirche, der das Panorama der Stadt schon aus der Ferne prägt.

 

Die St-Sixti-Kirche, eine spätgotische Hallenkirche, ist seit über 500 Jahren ein Ort der Stille, der Besinnung und der Begegnung mit Gott. Sie birgt reiche kulturelle Schätze, die gepflegt werden müssen. Der neu ins Leben gerufene Förderkreis nimmt sich in besonderer Weise der Pflege und Instandhaltung des Kirchenraumes an.

                         Link (Ein Film von Jürgen Gutowski)

Wir bemühen uns als Kirche in der Stadt um eine verantwortungsvolle Gesellschaft und um eine lebendige Kirchengemeinde, die in einer Vielfalt mit Angeboten für Menschen aller Generationen da sein möchte.

 

Ein weiterer Schwerpunkt sind unsere diakonischen Einrichtungen: zwei Kindergärten, in denen täglich über 200 Kinder betreut werden, die Schwesternstation mit über 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und der Eine-Welt-Laden.

 

Die Kirchenmusik an St. Sixti ist weit über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt. Die Konzerte erfüllen professionelle Ansprüche und begeistern zahlreiche Menschen. Mit der musikalischen Früherziehung in den Kindergärten, der Minikantorei, Kinderkantorei, Kurrende, der Kantorei St. Sixti und dem Chor Sixti plus werden Menschen aller Altersklassen unter der Leitung von Kreiskantor Benjamin Dippel zusammen mit Kantorin Meike Davids (Kantorin für Kinderchorarbeit im Kirchenkreis) an die Musik mit Herz und mit Leichtigkeit herangeführt.

 

Seelsorger der Kirchengemeinde sind

Superintendent/in: Stephanie von Lingen und Jan von Lingen

Pastorin Karin Gerken-Heise 

Pastor Dr. Stefan Leonhardt

Vikarin Madeleine Landré (ab März 2020)